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Unter der Kontrolle von Hughes
legten sich die Geschwister richtig ins Zeug um eine richtige Band zu werden.
Sie probten bei Jim, in seinem improvisiertem Studio, welches mit allen möglichen, aus der Küche geliehenen Teilen ausgestattet und akustisch durch leere Eierschachteln
aufgepeppt war. Die ersten Jahre wurde nachts und am Wochenende hart gearbeitet, um einen eigenen Sound zusammen zu kriegen. Sie begannen eine Art
künstlich hergestellten Mix aus Pop und Rock und allmählich wurden andere Elemente,
wie Sharons Violinenspiel, hinzugefügt. Harmonie war ein entscheidender Durchbruch - die Stimmen passten zusammen, wie es nur Stimmen aus einer Familie können. Die Geschwister arbeiteten mit Bill Whelan zusammen (der musikalische Kopf von "Riverdance"), welcher das Album von Minor Detail produzierte.

Der erste Auftritt
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Das erste Amateurvideo der Corrs zeigt, wie die 4 hinter ihren Mikrophonen stehen und "Secret Life" singen.
Es war kein Superhit, doch ein Anfang war gemacht. Was die Geschwister brauchten, waren Amateurauftritte; John Hughes wusste, dass er eine Show in Dublin einrichten musste, um eine Chance auf eine Plattenfirma zu haben. Ihre erste öffentliche Darbietung fand - ironischerweise - am 17. 2.1992 an der Waterfront statt, wo der Treffpunkt für die Vorsprechen für "The Commitments" war.
Der Ort war überfüllt mit Freunden, Verwandten (natürlich auch den Eltern Jean und Gerry) und einigen von Hughes' Showbiz-Kollegen, die gespannt waren, ob die Geschwister zu dem Hype passten. Obwohl alle Befürworter der Band waren, war die Menge trotzdem beeindruckt und gegen Ende genossen sie die Show sogar richtig. Wie auch immer, die Leute, für die das Konzert gedacht war (nämlich die Plattenfirmen), meldeten sich nicht.
Die Band machte sich mit dem Live-Spielen vertraut. Es gab ein Spezial-Commitments Livekonzert, nachdem die Band - nach Hughes Einsatz und Hausaufgabenerlass der Schule - anfing, eine Vielzahl von Konzerten rund um Dublin und Dundalk zu spielen. Schnell gewannen sie Anhänger. Doch eine Sache fehlte der Band: ein Schlagzeuger. Caroline entschied sich die Rolle zu übernehmen und nahm bei einem Freund Unterricht.

Caroline lernt Schlagzeug |
"Ich hatte einen Freund aus meiner Heimatstadt Dundalk", erinnert Caroline sich. "Er war Schlagzeuger und ein verrückter U2- Fan - Larry Mullen war sein Held.
Wir hatten die Band zum Laufen gebracht; wir schrieben gerade Songs, aber zu dieser Zeit spielte Sharon keine Violine in der Band. Das war sehr seltsam. Es hört sich vielleicht verrückt an, doch wir haben wirklich mit unseren Instrumenten experimentiert. Niemand wusste
was wir taten, wir wussten nur, das wir Musik machten - wir wussten nicht, wie das Live-Setup von statten gehen würde. Ich lernte nur einige einfache Sachen, aber es machte mir Spaß - und ich lernte immer mehr. Und dann kamen einmal Andrea, Jim und Sharon herein und sagten: "Das klingt wirklich gut! Das nehmen wir in die Band! Und so geschah es - plötzlich war ich Schlagzeugerin !"
"Sie waren aus der Mode, kein Zweifel", erzählt Hughes. "Doch ihr Talent war hervorstechend offensichtlich, zumindest für mich! So waren wir in einer Situation, in der wir uns entscheiden mussten: spielen, was die Branche hören will oder unseren eigenen Instinkten folgen. Wir entschieden uns für Letzteres, trotz der Tatsache, dass diese Art von Musik out war."
Tatsache ist, dass die Corrs derart außer Mode waren, dass niemand sie wahr nahm, nicht mal die lokalen Plattenfirmen.
"Ich versuchte einen Plattenvertrag in Irland zu bekommen und scheiterte erbärmlich!"
John erzählt weiter:"Ich versuchte einen Plattenvertrag in England zu kriegen und scheiterte genau so erbärmlich. Das Scheitern war groß- die Ablehnungsbriefe kamen nur so bei mir an! Und so ging ich nach Amerika, um dort mein Glück zu versuchen."
John Hughes betrat die Tür der ersten Plattenfirma, die er aufsuchte und legte ein Celtic-klingendes Demo-Tape mit einigen Bildern der Mädchen auf den Tisch. Es wurde sehr schnell offensichtlich, dass etwas an Johns Vermutung falsch war. "Nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein", sagt er.
"Wir konnten einfach keinen Plattenvertrag kriegen. Wir konnten nirgends unterschreiben. Der Punkt ist, dass es ein Zermürbungskrieg da draußen ist und als Manager war es mein Job mir zu überlegen, was wir nun tun sollten. Ich könnte einen Aufsatz über diese Annahme schreiben: hübsches Gesicht, ein bisschen von einer irischen Geige und du bist aus dem Schneider. Das ist absoluter Schwachsinn!
LA ist überfüllt mit hübschen Leuten, die irgendetwas spielen können, was dir gefällt, wer von denen kriegt keinen Vertrag? Und die Idee, dass es ein Vorteil wäre irisch zu sein - es ist genau anders herum! Wir verbrachten 2 Jahre damit, jedem zu erklären, was ein Bodrhan und eine Pfeife ist! Niemand hat diese Intrumente je im Pop- Business gesehen. Und niemand wollte je diese Insrumente dort sehen. Doch wir folgten unseren Instinkten, das war eine Reisenanstrengung und diese war nicht gerade willkommen. Es machte es viel schwerer einen Vertrag zu bekommen, nicht einfacher."
Als John das erzählt, waren sie ihre letzten Tage in Amerika und sehr wenig bis nichts tat sich...
Der erste professionelle Auftritt der Corrs war am 27. 3.1993 in Whelan's Musikbar in Dublin, wo Caroline das erste Mal live Schlagzeug spielte.
Jean Kennedy mit
Sharon
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Durch einen seltsamen Glücksfall war in den hinteren Reihen der Zuschauer Jean Kennedy, die damalige amerikanische Botschafterin in Irland. Sie war als Gast von Bill Whelan im Lokal. Sie war so beeindruckt von der Leistung der jungen Band, dass sie diese einlud im Juni 1994 bei der JFK Bibliothek in Boston zu spielen. Genau zu der Zeit, in der die USA die Fußball-WM, an der Irland teilnahm, austrug.
Die Zuschauer, von Mitgliedern des Repräsentantenhauses und Senatoren bis hin zu Albert Reynolds, waren von dem Konzert überwältigt. Immernoch ohne Plattenvertrag nahm das Quartett die Möglichkeit,sich mit US Labels zu treffen, wahr. Sie weiteten ihren Boston-Trip aus und bereisten New York und auch Los Angeles. John war schon einige Male in Amerika, doch Demotapes und Fotos haben nie die Aussagekraft wie die Band selbst. Nun konnten sie gehen und ihr
Talent zeigen.
Doch nichts geschah: die Tatsache, dass ihre Musik nicht zu dem Trend passte, verhinderte jeden Kontakt zu einer Plattenfirma. "Wir haben alles in LA probiert. Wir haben alles in New York probiert - und keine Antwort.", erzählt John. "Das war's - hübsche irische Mädchen, wir lieben euch, ihr seid wundervoll, geht nach Hause !" Die ganze Reise schien mager auszugehen und keiner weiß, wie die Band reagiert hätte, wenn sie mit leeren Händen nach Hause gegangen wären. Jason Flom war dann der Retter...
Die Band ging zurück nach New York, wo sie sich bei Atlantic Records ankündigten und baten auf Hughes Einladung hin Jason zu sehen. Flom war einer der Gäste während des Gigs der Corrs bei Whelan's in Dublin.
"Er kam um uns zu hören und sah, wie die Menge tobte.", erzählt Andrea. Die Corrs spielten ein Demo-Tape und fasziniert von der außergewöhnlichen Schönheit und dem musikalischen Können schlug Jason vor, dass die Geschwister sich mit dem Vizepräsidenten von Atlantic Records und Produzenten David Foster treffen.
Dieser arbeitete zu dieser Zeit gerade in New York mit Michael Jackson zusammen. John Hughes rief Jason Flom drei Mal am Tag an um ihn zu fragen, wann sie denn David Foster treffen würden. Doch Flom konnte den Produzenten nicht erreichen: "Immer, wenn er mit Michael Jackson zusammen ist, macht er das Telefon aus!" Und so kam es, dass die Corrs an ihrem letzten Tag in New York eine schicksalsträchtige Entscheidung trafen...
John fragte Jason, wo Foster genau arbeitete; dieser antwortete: "Ich werde es dir sagen, aber sag niemandem, dass du es von mir hast!" Die Band spielte an diesem Tag gerade bei BMG Records zur Mittagszeit vor. " Die vier standen nur da und sangen ihre Lieder", sagt Hughes. "Keine große Sache. Und ich fragte dort jemanden, wo dieses besondere Studio genau war. Und der Mann da fragte nur, warum ich das wissen wolle. Und ich erklärte, dass David Foster dort sei und ich die Band vorstellen möchte. Er sagte, wir kommen nie rein, doch wir hatten nichts zu verlieren."
So schlug John vor, dass sie einfach mal hingehen würden und die vier stimmten zu. "Wir wollten unbedingt Eis essen nach dem Tag am Set, doch John überredete uns vor der Hit Factory zu campen und zu hoffen, dass wir David Foster treffen würden ", sagt Andrea lachend.
Sie erreichten unangemeldet das Studio und, mal wieder, war das irische Glück auf ihrer Seite... John erzählt: "Die Sicherheitsleute waren ziemlich zahlreich vertreten, so wie es immer ist, wenn Michael Jackson da ist. Ich sagte, ich wolle hier David Foster treffen. Ich hätte eine Art Verabredung mit ihm. Es ist nicht bestätigt, doch er wird wissen, wer wir sind. Ich habe da von Grund auf geblufft. Aber wir bemühten uns sehr großartig auszusehen und ich muss zugeben, dass wir reinkamen, weil sie eben so aussehen wie sie aussehen. Und so saßen wir in der Lobby !"

David
Foster
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Entschlossen, diesen berühmten Produzenten zu treffen, fragten sie den Empfangschef, zu welcher Tür er heraus kommen würde und sie setzten sich selbst ins Wartezimmer, immer diese Tür anstarrend. Schließlich
tauchte er aus dem Studio auf und John ging geradewegs auf ihn zu und stellte sich vor : "Mein Name ist John Hughes. Ich habe diese Band, The Corrs, und wir haben eine Art von Verabredung durch
Jason Flom Sie zu treffen." Das erste, was Foster bemerkte, war das gute Aussehen der Geschwister. "Ich sah sie an und sah da da diese drei hübschen Schwestern und ihren smarten Bruder und alle hatten ihre Intrumente dabei!"
Er hörte, dass die Corrs am nächsten Morgen zurück nach Irland wollen und einfach die Chance nutzen wollten, ihm vorzuspielen.
Foster konnte einfach nicht 'Nein' sagen. Er führte sie in ein Studio. Der Produzent fragte John auf eine unformelle Weise, ob sie wirklich spielen könnten. Später im Studio war Foster davon überzeugt. Als erstes spielten die Corrs ein Tape, welches sich für Foster unglaublich anhörte. Dann sagten sie ihm, dass er einen Stuhl ans Klavier stellen solle. Sie holten die Intrumente heraus und spielten einige Titel akustisch. Es war das erste Mal, dass Foster traditionelle irische Musik hörte.
Foster war hin und weg. "Von 10 Punkten gebe ich euch 10. Nein, mehr mehr als 10!" Er war fasziniert von dem Sound. Er sagte sogar,er wolle, dass Michael Jackson das höre!
"Wenn es eine haarige Rockband gewesen wäre, hätte ich es vielleicht nicht getan", gibt er später zu. "Doch ich hatte drei wunderschöne Musikerinnen vor mir !"
Als John Hughes am nächsten Tag Jason Flom anrief, entschuldigte dieser sich, dass es ihm nicht möglich war, das Treffen mit Foster zu organisieren. "Ist schon OK", sagte Hughes, "Wir sind gestern selbst hingegangen. Er sagte, du rufst ihn überall an, egal wo er ist."
Sie fuhren damit fort, ihre Taschen zu packen und machten sich fertig nach Hause zu fliegen und kurze Zeit später klingelte das Telefon. "Es war nochmal Jason und er sagte, dass, wenn wir nach Hause gehen, wir ein Festessen verantalten sollten, da wir einen Plattenvertrag hätten. Und ich legte den Hörer weg, drehte mich zu Jim und sagte: 'Wir haben gerade einen Plattenvertrag bekommen !'. Und Jim sagte, 'OK' und packte weiter seine Sachen.
'Bist du sicher?' , fragte er nochmal. Und dann rief ich die Mädchen an und sagte wieder 'Wir haben einen Plattenvertrag !'. Doch sie schienen es nicht zu begreifen.
Und dann hatte ich 6 Monate zermürbende Verhandlungen. Das ist eine der stressreichsten Sachen im Showgeschäft - Vertragsverhandlungen ! Wenn du auf 'nem Grill gelegen hast und durch den Fleischwolf gegangen bist, dann weißt du wie das ist !"
Gab es Momente während der Verhandlungen, in denen John Hughes dachte, dass der Deal nicht zustande kommen würde ? "Momente ? Jeden Augenblick dachte ich das !", sagt er. "Weil wir vollkommen anders waren."
"Bones Howe ist ein großer Produzent - er erreichte die 5. Dimension, er definierte Harmonie - und er hörte ein Tape von Bill Whelan und verliebte sich in sie und wir trafen uns und wurden Freunde. So rief ich ihn an und fragte: 'Bones, die bieten mir einen miserablen Vertrag an, soll ich annehmen ?' Und er sagte :'John, du hast die Wahl. Du kannst dort bleiben und es wird schlimmer oder du haust dort schnell ab und du machst den Deal !' So verschwand ich mit dem nächsten Flug. Und er hatte Recht gehabt. Es ging zwar Monate so weiter, doch er hatte Recht.
Sie trieben mich in die Ecke, so musste ich einfach verschwinden. Es war eine Situation, in der man nur gewinnen konnte. Und wegen dem Charakter des Geschäfts ist es so, wenn du mehr verkaufst , wird dein Status neu verhandelt. Und wir waren in der Lage genau das zu tun!"
Jim...
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...und seine Schwestern studieren den Vertrag.
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David Foster mochte die Band, die Lieder und deren Harmonie. Doch mit den Geigen, dem Bodhran und den Pfeifen war das anders. John Hughes erklärt: "Ich erinnere mich, wie ich ihm 'Toss The Feathers' vorspielte und er sagte, 'Das ist großartig, aber ihr wollt das doch nicht auf die Platte nehmen, oder ?' Er wollte nicht, dass wir das tun.
Und ich sagte, dass sie es mögen diese Instrumente zu spielen - warum sollte man eine Band aufhalten etwas zu spielen, was ihr gefällt? Doch es kostete viel Mühe bis er es akzeptierte. Das war noch bevor Riverdance oder Titanic." So war die Band letztendlich nicht gezwungen ein komplettes Popalbum ohne traditionelle Komponenten zu machen.
"Es war eigentlich genau anders rum", sagt Jim. "Foster hatte Angst, dass wir das Album zu sehr in einem amerikanischen Stil machen würden. Daher bat er mich, das Album mit zu produzieren. So waren unsere Befürchtungen gelindert, da wir nun wussten, dass wir eine gewisse Kontrolle über den Sound des Albums hatten."
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