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Corrs.4Fans.net - Umfangreiche Biografie der Band, Teil 3
Die Geschichte der Corrs

Teil 3: Forgiven not Forgotten


Andrea bei Foster's               
Im Januar 1995 gingen die Corrs nach Malibu in Foster's Studio ("Chartmaker"), welches die vier als "Hafen der Musik" bezeichnen, um dort ihr Debutalbum in 5 Monaten aufzunehmen. Andrea erzählt: "David ist was Besonderes für uns, ein ganz netter Mann, ein bescheidener Mann, der uns bei der Aufnahme des Albums sehr unter die Arme griff. Wenn wir manchmal unsere eigenen Sachen produzierten - wir schrieben 99% der Lieder auf dem Album bevor wir in die Staaten gingen , nur 2 Songs schrieben wir hier : 'Runaway' und 'Someday' - , dann nahm er nur kleine Teile heraus und machte diese viel dynamischer und stimmungsvoller - seine Fähigkeiten sind wirklich beeindruckend. Er gab uns großen Spielraum und wir alle wirkten so am Album mit." Der Produzent erzählt zur Entstehung von 'Someday' : "Wir fünf gingen einfach in einen Raum und machten den Song , sehr schnell, so wie viele gute Dinge passieren. Es war einfach großartig mit ihnen den Song zu machen und ich bekam einen kleinen Einblick, wie ihre Songs so entstehen, da sie wirklich hervorragend zusammenarbeiten. Dass sie mir erlaubten, mich in ihren Prozess des Liederschreibens einzubeziehen, zeigt ihren großartigen Charakter. Na ja, und das Ergebnis war 'Someday', was wirklich ein richtig cooler Song geworden ist."

Die Corrs über Kalifornien: "In Irland ist man früher um die Ecke gegangen und schon hatte man gefunden, was man brauchte." Erzählt Sharon. "In LA muss man erst eine Stunde durch die Gegend fahren, um irgendwo hinzukommen. Niemand von uns mag das besonders. Und wenn du vor die Tür gehst, musst du immer jemanden bei dir haben, weil LA eine gefährliche Stadt ist - man kann in einem vernünftigen Bezirk sein, dort um die Ecke gehen und auf einmal ist man im schlimmsten Gebiet der ganzen Stadt. Einige Teile Kaliforniens sind wirklich schön, doch das lässt sich absolut nicht mit Irland vergleichen. Wenn man gern gebräunt ist, ist das Wetter wundervoll, doch es ist langweilig, da die Sonne immer da ist. Man braucht Wetterwechsel, um sich aufzupeppen und auf der anderen Seite wieder hinabzuholen. Es ist schwer hier Leute unserer Wellenlänge zu finden," fügt sie hinzu. "Es gibt ein ständiges Bedürfnis in LA sich selbst darzubieten, denn du weißt nie, ob die Person, mit der du gerade redet, ein Filmproduzent oder ein großartiger Schauspieler ist, der vielleicht einige Kontakte für dich hat. So bieten sich sogar die Kellner selbst da und du erfährst ihre Lebensgeschichte innerhalb von 2 Sekunden. Das ist ziemlich anstrengend, denn du selbst trägst nie einen Teil zu der Unterhaltung bei."
"LA ist nicht Amerika, da ist diese unechte Sache, es ist sehr oberflächlich," sagt Caroline. Wie auch immer, beide geben zu, dass sie auch aufrichtige und nette Menschen trafen und sich so doch in LA wohlfühlten.

Warum hat es eigentlich 5 Monate gedauert, dieses erste Album aufzunehmen? Andrea sagte, weil sie eine Familie sind, fühlte sich die Reise nach LA wie ein Umzug an. Kurz gesagt, sie ließen sich dort nieder. Um jeden Morgen das Studio zu erreichen, mussten sie den Swimming Pool durchqueren. Oft kamen sie nicht weiter. Alle vier waren zu jeder Zeit im Studio, auch wenn einer zur Aufnahme gerade nicht benötigt wurde. Sharon nannte Foster's Studio "Disneyland".

Caroline & Jim haben Spaß
Caroline wurde oft gesehen, wie sie mit Foster's weißen Golf Buggy durch die Gegend fuhr. Jim stellte sich jauchzend und schreiend hinten drauf. John Hughes sagt: "Die Band hätte jederzeit auseinanderbrechen können. Wir waren eingeengt in einem bestimmten Gebiet Malibus für sechs Monate. Alle zusammen. Ich habe nie mit den vieren zusammen gelebt oder die vier mit mir. Und plötzlich waren wir für Monate im gleichen Haus." Malibu ist nicht für die Reichen - es ist für die extrem Reichen. Es gibt dort nicht zu tun und man kann nirgends hingehen. Es hört sich himmlisch an - das schöne Wetter, der blaue Himmel, die Sonne scheint den ganzen Tag, doch wenn sie am Ende des Tages mit der Arbeit fertig waren, mussten sie auch noch die Nacht zusammen verbringen. Und wenn sie Freitag fertig waren, mussten sie auch das Wochenende noch zusammen verbringen. So war es - 5 Menschen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche zusammen, Monate lang. "Im Laufe der Zeit wurde es gut für uns, da wir eine Art Band zwischen uns entwickelten, welches uns später sehr half. Aber zu dieser Zeit war das schon komisch für uns."


Im September 1995 veröffentlichten die Corrs ihr Debutalbum "Forgiven not Forgotten" mit ihrem ersten Hit "Runaway". Wenn man eine Band ist, muss man in den USA und Großbritannien die Charts erobern. Nach den ersten vier Tagen spielten um die 160 Radiostationen in den USA "Runaway", was ein Rekord für eine Debutsingle von einem Altlantic Lable war. Nachträglich erreichte die Single Platz 73 in den Billboardcharts, keine verächtliche Leistung für eine Debüt Single. Während der Einfluss der Plattenfirma kein geringer Faktor für diesen Anfangserfolg war, arbeiteten die Corrs hart. Sie besuchten wichtige Radiostationen, um den Song dort live zu spielen, damit die Stationen den Song senden. "Wir spielten in ihren Mittagspausen, in Konferenzräumen oder Vorhallen : wir spielten ,wo es nur möglich war", erzählt Sharon. Bei dieser Gelegenheit begann Caroline das Bodhran in die Band zu integrieren. Obwohl sie schon lange Zeit in der Lage war es zu spielen, benutzte sie es nur selten.
Sie erklärt: "Wir spielten oft in Radiostationen vor. So brauchte ich mal was Neues und ich mochte das Bodhran schon immer. Ich weiß nicht mehr, wie es dazu kam... Ich weiß nur, wie ich einem Freund sagte, dass ich gern eins hätte. Er kaufte mir eins und ich begann es zu spielen üben. Ich lernte das Spielen durch ein Video mit einem Mann, der Stefan Hannigan hieß. Ich war begeistert von der Technik und so experimentierte ich ein wenig und spielte so immer mehr." Die Corrs hatten eine ihrer schlimmsten Erfahrungen, als eine Radiostation aus San Diego die Band einlud, ein Ständchen für einen Zuhörer im strömenden Regen zu singen.
Andrea erzählt: "Das Publikum hatte schon viel getrunken und kam, um uns zu sehen. Sharon lief gerade auf die Bühne, als ein Betrunkener sich auf ihr erbrach. Das war sehr beschämend," sie guckt erschüttert. "Wir hörten nur noch Gelächter."
Nach dem Erfolg von "Runaway" in den USA unternahm die Band im März 1996 eine richtige Tour mit kleinen Konzerten, bei denen um die 400 Zuschauer waren. Das war zur gleichen Zeit, wie das Release ihrer zweiten Single "Forgiven not Forgotten".

Kleiner Auftritt in den USA
So verbrachte die Band die meiste Zeit mit Auftritten und sie stellte die neue Single in den Staaten vor und verkauften diese rund 300 000 Mal. "In America verkaufst du 5 000,
10 000 oder mehrere Millionen Platten"
, erklärt John Hughes. "300 000 lassen dich in einer komischen Position dastehen - du hast keinen Erfolg gehabt, aber du hast auch nicht versagt. Die Plattenfirma war der Ansicht, dass wir noch nicht so oft im Radio gespielt wurden, wie es nötig sei - was sie letztendlich auf unsere Geigen und Bodhrans schob. Sie liebten uns, aber wir konnten nicht den Durchbruch erzielen. Und so entschieden wir uns nach Europa zu gehen."
Letztendlich verkaufte sich "Forgiven not Forgotten" 500 000 Mal in den USA ; Andrea gibt selber zu: "Wenn man sich die Größe Amerikas im Vergleich zum Rest der Welt ansah, hat es nicht wirklich funktioniert." So kehrten die Corrs nach Irland zurück : das Album stürmte die Charts und eine Welttour war in Planung.

Der Impuls, von dem alles ausging, kam aus Ennis (Irland). Niemand wusste, wer im Publikum war oder wie viele es waren, aber es sah so aus, als ob die ganze Stadt da war.
"Man konnte fühlen, dass da etwas losging!", sagt Hughes. In Paris kamen 2 000 Leute zu ihrem Debutkonzert. In Stockholm war die Halle voll gewesen. Und dann war die Rede von Australien - "Hier geht etwas Verrücktes ab, ihr müsst hier runter kommen!" "Die Plattenfirma verkaufte dort 40 000 Alben und so sagte unser Agent, John Giddings, dass wir dort eine kurze Tour machen würden, dann nach Europa zurückkehren würden und dann wieder nach Australien gehen. Und so machten wir es - und als wir nach Australien zurückkehrten, hatten wir 400 000 Alben verkauft. Es war unglaublich ! Wir hatten nur bei Whelan's in Dublin gespielt und auf einmal stürmten wir Australien, Japan, Kandada und Spanien." In diesen Gebieten entscheiden die Läden selbst, ob sie ein Produkt verkaufen oder nicht. Sie können sagen 'Nein, das verkauft sich nicht, das bringen wir nicht raus!'. Und ihr Urteil war richtig. Schnell verkaufte sich das Album in Europa 3 Mal besser als in Amerika. In Australien wurden letztendlich an die 600 000 Alben verkauft, was in der Top 5 der ewigen internationalen Alben dort landete. Wie auch immer, die Radios in Großbritannien ignorierten die Band.

Die Geschwister präsentierten ihre Show in ganz Europa und erhielten Standing Ovations. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte bei Dänemarks Odense Festival, beim Rugby Peace Internationel -Event in Dublin, eine umfassende Tour durch Australien und ein Auftrit vor 50 000 Leuten beim großen Fleadh Festival in Londons Finstbury Park, bei dem auch Sting und Van Morrison dabei waren. Ihr Auftritt dort brachte einen weiteren Triumph: die Londoner Times schrieb: "Die Corrs brauchten nur 40 Minuten um zu zeigen, was in ihnen steckt- und das ist eine ganze Menge."
"Es ist uns von äußerster Wichtigkeit", sagt Sharon über das Live-Spiel der Corrs, "Nur so kann man das Publikum richtig erreichen."
1996 trat Andrea in einem weiteren Alan Parker - Film auf : sie flog nach Budapest für eine Filmszene aus "Evita", wo sie neben Madonna auftritt.
In einigen Gegenden lösten die Corrs sogar Celine Dion von der Spitze der Charts ab.

Es war diese Tour, die den Corrs den Ruf der am härtesten arbeitenden Band der Welt verschaffte.
Am 7. November 1995 flogen die Corrs zum Beispiel während einer Pause zur Unterstützung von Celine Dion nach Los Angeles, um im Beverly Hills 90210 - Silvesterspecial aufzutreten. Einige Wochen davor aßen John Hughes und David Foster zusammen in einem Restaurant in LA. Nebenan aß Aaron Spelling, ein Freund von Foster. Spelling wurde Hughes vorgestellt. Spelling offenbarte, dass "The Commitments" einer seiner Lieblingsfilme war und er schlug vor, dass die Band doch in 90210 auftreten solle.

'Beverly Hills 90210'
So kamen die Corrs morgens pünktlich um 7 Uhr zum Set von Beverly Hills. Jim erzählt: "Wir waren bei Beverly Hills 90210, ich glaube, dass das ein Alptraum war. Nachdem wir in Dublin und der Kings Hall in Belfast augetreten waren, flogen wir geradewegs nach Los Angeles am nächsten Tag. Wir verbrachten einen ganzen Tag am Set von Beverly Hills 90210 -es war ein Alptraum. Sobald wir fertig waren flogen wir nach New York, das war gegen 22 Uhr. Der Flug wird "Red-Eye" -Flug genannt, denn wenn du landest, hast du wirklich rote Augen. In New York waren wir in der CBS Morning Show um 6 Uhr morgens und das ohne ein Auge zu zu machen aufgetreten. Nachdem wir fertig waren mit der Sendung flogen wir wieder nach Los Angeles und traten bei der VH-1/Billboard-Tagung auf. Ich glaube, wir schliefen so um die 36 Stunden, nachdem das alles geschafft war."
Ein weiteres Beispiel: am 18.5.1996 flogen die Corrs während ihrer Europa-Tour von Amsterdam nach Dublin, um dort beim Rugby Peace International-Event, ein Spiel zwischen Irland und den Barbarians, zu singen. Sobald das Spiel nach vier Stunden fertig war, flogen sie nach Kopenhagen, um ihre Tour fortzusetzen.


Durch "Forgiven not Forgotten" wurden die Corrs zu internationalen Stars. Das Album erreichte in 6 Ländern Gold und in weiteren 6 Multiplatin. Weltweit verkaufte es sich über 2 Millionen Mal. Es erreichte Doppel-Platin in Spanien, Dänemark und Neu Seeland, und ein beispielloses 8 -Mal -Platin in Australien, sowie 9 -Mal -Platin in Irland, wo es eins der am besten verkauftesten Alben einer heimischen Band in der Geschichte ist. Das Album erreichte Platz 3 in Irland, 'Runaway' wurde dort ein Top 10 -Hit. Sharon sagt: "Das beste, was uns passierte, war die brilliante Reaktion in Irland. Es ist großartig, wenn wir weg sind, nach Hause telefonieren und sehen, dass die Dinge dort so gut laufen. Es war eine richtige Stärkung, wenn wir mal ein wenig erschöpft waren. Wir betrachten unsere Musik als eine internationale Art von Musik mit großem Reiz und wir möchten, dass sie auf der ganzen Welt verbreitet wird. Aber es ist großartig eine so positive Reaktion von den Iren zu bekommen - es ist gut, dass sie mögen, was wir mit der traditionellen Musik machen."



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Inhalt

Die Geschichte der Corrs
           Intro
Teil 1 : Nur ein Traum
Teil 2 : Der Deal
Teil 3 : Forgiven not Forgotten
Teil 4 : Talk on Corners
Teil 5 : In Blue
Teil 6 : Comeback nach 4 la...



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