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Die Geschichte der Corrs

Teil 4: Talk On Corners

Im November 1997 brachten die Corrs "Talk on Corners" heraus. Ihr zweites Album ist ebenfalls unter Mitarbeit von David Foster entstanden. "Wir denken, dass er unsere Musik versteht und weiß, auf welche Art und Weise unsere Musik unserer Meinung nach klingen soll", sagt Caroline über den Ratgeber der Corrs. "Er kann großartig mit Gesang und Harmonie umgehen. Er kommt immer mit neuen Ideen, die man von ihm nicht erwartet hätte." Während der ersten Zusammenarbeit konnte der vielgefragt Produzent nicht am ganzen Album, sondern nur an vier Songs mitarbeiten. Aber seitdem er die Corrs und ihre Arbeit kennt und es genoss mit ihnen an "Forgiven not Forgotten" zusammen zu arbeiten, überredete er die Corrs mit einigen wohlbekannten Hitmachern zusammen zu arbeiten. Diese waren Glen Ballard (Alanis Morissette), Billy Steinberg (Madonna), Rick Nowells (Bellinda Carlisle) und Jim Corr persönlich. Für "I Never Loves You Anyway" und "Don't Say You Love Me" kooperierten die vier mit dem legendären Carole Bayer Sager. "Wir haben uns einfach entschlossen mal etwas Neues zu probieren", sagt Andrea. "Einfach mal mit anderen Leuten arbeiten. Das hat alles riesig Spaß gemacht!" Andrea hat eine größere Rolle bei den Corrs eingenommen, sie schreibt die meisten Songtexte selbst oder mit. "Jeder Song ist anders", fährt sie fort. "Es gibt Liebe, Leben, Tragödien, Hoffnungen, Träume und Fantasien auf dem Album. Alles, wovon die Musik inspiriert wird." Weitere Highlights des Albums sind "Queen of Hollywood" und "Paddy Mc Carthy", ein Instrumentalsong, der an die Anfänge der Corrs erinnert, sowie ein Duett mit den Chieftains von dem Jimi Hendrix - Song "Little Wing", reich an Harfenspiel, Flöten und Pfeifen. "Sie riefen uns an und baten uns ein Song mit ihnen für ihr Album zu machen", sagt Caroline über das Zusammentun mit Paddy Maloney's berühmter "Traditonelle-Irische-Musik" -Gruppe. "Es war John Hughes Idee, ihn zu bitten "Little Wing" zu spielen und es war fantastisch. Sie sind tolle Musiker. Wir haben nur zuammen da gesessen und gespielt."

Mit weltweiten Verkäufen ihres Debutalbums von mehr als 2 Million Mal erwartet man vielleicht, dass die Plattenbosse ein wenig Vertrauen für die Zukunft gezeigt hätten - doch es war genau anders herum. Das Album wurde aufgenommen, der Plan der Band sah so aus, dass sie das Album im Oktober 1997 herausbringen und ab da Liveauftritte absolvieren würden. Grund dafür war, dass sie das Einkommen brauchten. Alles schön und gut - aber als Atlantic das Album hörte, wollten sie es nicht herausbringen. Darüber möchte John Hughes nicht reden, aber er kann es ebenfalls nicht verstecken. Das Geschäft war voller Gerüchte zu der Zeit - dass die hohen Tiere die Aufnahmen nicht mochten, dass David Foster, der sie unter Vertrag nahm, sie nicht mochte. Und insbesondere, dass die Verantwortlichen davon überzeugt waren, dass keine Hitsingle auf dem Album war. "Es ist wahr", gibt Hughes zu. "Sie waren überzeugt, dass wir keine Hitsingle drauf hatten und so kam es zu einem sehr direkten Streit. Sie sagten 'Es kommt nicht raus, John ! Kapier es!'. Und ich blieb hartnäckig 'Es kommt raus! Es muss rauskommen! Wenn wir das verpassen, sind unsere Karrieren vorbei. Es muss rauskommen!"

"Und sie sagten 'Wir brauchen eine Hitsingle auf dem Album und wir haben keine drauf.' Ich sagte 'Vergesst die Hitsingle. Niemand schreibt Flops. Euch gefällt es bloß nicht. Doch das heißt nicht, dass auch anderen Leuten nicht gefallen wird.'" Es ging genau bis an die Grenze so weiter. Hughes wusste, dass die Band die Unterstützung aus Europa hatte, wo sie mit "Forgiven not Forgotten" ihren großen Erfolg feierten. Warner International wies darauf hin, dass sie das Album auch lieber eher als später möchten. Am Ende wurden Val Azzoli, Vorsitzender von Atlantic Records in den USA, und Ramon Lopez, der Präsident von Warners in Europa, sich einig: das Album wird im Oktober 1997 überall außer in den Staaten herausgebracht. Es war eine risikoreiche Strategie. Das Album wurde unter großer Besorgnis veröffentlicht.

"Es ist ein hartes Geschäft" , sagt er heute. "Man erwartet keine Begünstigungen. 'Wir mögen es nicht, wir werfen es weg.' 'Nein, ihr werd es nicht wegwerfen.' 'Doch, wir werfen es weg.' 'Es ist eine absolut gute Platte.' 'Nein,ist es nicht.' 'Es ist mir egal. Es ist was es ist. Ihr müsst es nehmen! Ihr werdet in einen Krieg gehen, den, wie ihr behauptet, wir nicht gewinnen können: wir sollten besser nicht kämpfen. Wir sagen das ist alles was wir haben. Wir sind zusammen, wir sind vereint, wir glauben daran - wir werden kämpfen!"

"Manchmal will es die Industrie wie geschneidert, doch sie mag den Schnitt nicht immer", fügt er hinzu. "Und man muss hartnäckig sein, sich wehren, drücken und sich verteidigen. Das Ergebnis jedenfalls war, dass das Album rauskam, wir aber 3 Millionen Stück verkaufen mussten oder wir wären tot. Oder ich zumindest."

"So vieles, für das wir ausgezeichnet wurden, hinderte uns eigentlich viel mehr. Wie das Irische - wir kämpften gegen eine unbegründete Skepsis und dann wurden wir kritisiert, nur weil wir nicht aufgaben. Leute sprachen von langweiliger Musik. Langweilig ? Sie lebt! Sie verkörpert Leidenschaft und Kampf. Sie ist frei! Wir definieren uns selbst- und so haben wir uns eine richtige Unabhängigkeit geschaffen."
"Und das gilt auch für die Musiker der Band. Sie spielen, was ihnen gefällt. Das ist großartig! Wir haben das früher in den 60'ern getan. Wir mussten nicht das spielen, was damals als 'cool' galt. Warum sollten wir das heute tun? Ich habe ein Problem mit dieser extremen Seite dieses Business'. Sie werden einschränkend, weil sie Leute nicht das machen lassen, was sie wollen - nur weil es nicht 'cool' ist. Was auch immer das heißt: "cool" . Was ist cool? Scheitern? Machen, was dir gesagt wird? Egal, das ist eine andere Geschichte. Aber es war sehr schwer und wir mussten zu unseren Waffen greifen. Wir widersprachen und kämpften immer weiter - und trotz der Rückschläge brachten wir es raus. Wir brachten es raus!"

Die erste Woche kam das Album gleich an die Spitze in Irland und auf Platz 6 in Großbritannien. Zwischen November 1997 und Februar 1998 wurde es 1 Million Mal verkauft - doch das war nicht genug und wie Hughes sagte, 'wäre er dran , wenn es sich nicht 3 Millionen Mal verkauft'. Die Corrs mussten immernoch Großbritannien erobern. Der einzige Weg die Radios dort zu erobern war das Fernsehen. Ein extremer Plan wurde benötigt - und Hughes hatte einen extremen Plan. John Giddings, der Großbritannienagent der Band, schlug vor, die Royal Albert Hall im Zuge der Großbritannien-Tour zu mieten und BBC zu überreden, das Konzert live zu senden. Und es gab nur einen Tag an dem das gehen würde: der 17. März 1998 - Saint Patrick's-Tag. Die Idee, in der Royal Albert Hall zu spielen, war angsteinflößend. Nicht nur wegen der ganzen Geschichte, sondern vielmehr, weil sie so groß war und was, wenn keiner käme? Die Fangemeinde in Großbritannien war von unbekannter Größe. Sicherlich kann es nichts Schlimmeres geben als Live-Bilder eines halbleeren Saales. Ein Trumpf war, das Mick Fleetwood zugestimmt hatte, einen Gastauftritt zu absolvieren. Die Band hatte kürzlich ihre Version von Fleetwood's Klassiker 'Dreams' für Fleetwood's Album "Legacy: Rumours" aufgenommen. Der Plan funktionierte wie im Traum und BBC war bald mit an Bord.

Diese Live-Performance änderte das Schicksal der Corrs: live auf BBC 1 (in Großbritannien) und in der selben Nacht wurde es ebenfalls im Odyssey Cable Network in den USA gezeigt (bis zu 50 Millionen amerikanische Zuschauer). Es scheint seltsam, dass die Corrs vorher erst 3 Mal in London spielten, bevor sie die Halle mit 7 000 Plätzen auf Rat ihres Agenten hin buchten. Der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft, Mick Fleetwood spielte als Gast Schlagzeug und die einflussreichen Radiostationen Großbritanniens spielten ihre Musik fast die ganze Nacht.

Im selben Monat wurde Fleetwoods Album released und 'Dreams' erfuhr solche Begeisterung, dass man sich entschloss, den Song als Single zu bringen und außerdem "Talk on Corners" nochmal neu heraus zu bringen mit dem Hit als Bonus Track.

Die Abneigung des britschen Radio One die Corrs zu senden wurde zu Grabe getragen, nachdem die Band den Dienst des Chicagoer Haus-DJ's, Produzenten und Remixers Todd Terry in Anspruch nahm. Dieser gab 'Dreams' seine spezielle "Behandlung". Im Mai 1998 änderte er die Version der Corrs in einen Dancefloor-Hit um: letztendlich wurde der Song auf die Playlist von Radio 1 genommen und es debutierte in den UK Charts auf Platz 6- und im nächsten Monat erreichte das neue "Talk On Corners" die Spitze der britischen Albumcharts. Die Corrs hatten den Durchbruch auf dem UK-Markt geschafft und ihr zweites Album wurde dort zum Phänomen.
"Talk On Corners" war 1998 10 Wochen in Folge auf Platz 1. Es ist gerade Mal das siebte Album der 90-er, welches 10 Wochen lang die Spitze besetzte.
Und im April 1999 schrieben die Corrs Musikgeschichte, als sie in Großbritannien als erste irische Band mit zwei Alben die beiden Top-Positionen 1 und 2 belegten. ("Forgiven not Forgotten" erreichte Platz 2). Nur ein weiter Act schaffte das in diesem Jahrzehnt. Die Geschwister waren ebenso nach den Kids Of Fame 1982 die ersten, die diese Meisterleistung vollbrachten, ohne dass die beiden Alben in der selben Woche herauskamen.

"Talk on Corners" verkaufte sich weltweit 8 Millionen Mal - eine Zahl, die ebenfalls die 1999 veröffentliche "Talk On Corners: Special Edition" enthält. Diese enthielt die Superhits "So Young", "What Can I Do" und "Dreams". Die verblüffende internationale Beliebtheit der Gruppe hatte weltweiten Erfolg zur Folge:



· Platz 1 in Großbritannien, Irland, Malaysia, Neu Seeland, and Singapur
· in den Top 10 in Australien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark und Finnland
· 20-fach Platin in Irland
· 9-fach Platin in Großbritannien
· 6-fach Platin in Spanien
· 4-fach Platin in Malaysia
· 3-fach Platin in Australien and Singapur
· Doppel-Platin in Dänemark, Schweden, Indonesien und auf den Philippinen
· Platin in Frankreich, Norwegen, and Hong Kong
· Gold in Kanada, Japan, Italien, Belgien, Finnland, Schweiz, Portugal, Thailand und Süd Afrika

Im Dezember 1997 trat die Gruppe bei dem jährlichen Vatikan-Weihnachtskonzert auf und hatte ein privates Treffen mit Papst Johannes Paul II. Im selben Monat waren die Corrs die erste Band, die vorm erneuerten Olympia Theather in Paris vor ausverkauften Haus spielten.


Die Corrs & Pavarotti

Die Gruppe absolvierte 1998 viele Kurzauftritte, wie zum Beispiel mit den Rolling Stones (auf persönliche Anfrage von Corrs-Fan Mick Jagger) oder ein Auftritt mit Luciano Pavarotti, bei dessen Kriegskinderbenefizveranstaltung in Modena.

Weiterhin traten die Corrs beim Benefizkonzert im Hyde Park und bei einem königlichen Auftritt für Queen Elizabeth II - dabei sahen 400 Millionen weltweit per TV zu- auf.

Im Februar 1999 erhielt die Gruppe den begehrten Brit-Award als beste Internationale Gruppe, wo sie sich gegen die Beastie Boys, Fun Lovin' Criminals und R.E.M durchsetzten. Die Gruppe fand ebenfalls Zeit durch die ganze Welt zu touren. Unter anderem traten sie beim Glastonbury Festival und in Dublin's Landsdowne Road vor 42000 Zuschauern auf (July 1999).
Außerdem trat die Band in diesem Jahr bei der Friedensnobelpreisverleihung in Oslo und beim NetAid Konzert (zugunsten von Armut) im Londoner Wembley Stadion auf.

Das unglaublich erfolgreiche Jahr 1999 schlossen die Corrs mit einem MTV Unplugged und einem Album von diesem Event ab. Dort spielten sie Hits wie "Runaway" und "Only When I Sleep" in mehreren Versionen - sowie einige brandneue Songs, wie "Radio" oder "At Your Side". Weiterhin waren dort 3 Coverversionen zu hören : Phil Lynott's "Old Town" , Jimmy McCarthy's "No Frontiers" (ein Duett von Sharon und Caroline, dass zum Standard von Liveshows der Corrs gehört) und R.E.M.'s "Everybody Hurts" (zum ersten Mal wurde diese Version von den Corrs bei ihrem Benefizkonzert für die Opfer der terroristischen Bombenangriffe auf Omagh in Nord Irland im November 1998 gespielt).
Seit dem Release verkaufte "Unplugged" sich 2,7 Millionen Mal und erreichte Platin in 11 Ländern und in 10 weiteren Gold. Im Januar 2000 waren alle drei Alben der Corrs unter der Top 15 in Großbritannien - eine bis dahin nie erreichte Leistung.






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Inhalt

Die Geschichte der Corrs
           Intro
Teil 1 : Nur ein Traum
Teil 2 : Der Deal
Teil 3 : Forgiven not Forgotten
Teil 4 : Talk on Corners
Teil 5 : In Blue
Teil 6 : Comeback nach 4 la...



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